Geld in der EU

Euro-Länder: wer mit dem Euro bezahlt und wer nicht

21 von 27 EU-Staaten zahlen mit dem Euro, zuletzt kam Bulgarien hinzu. Die vollständige Liste mit Einführungsjahr und die Regeln für alle, die noch eine eigene Währung haben.

Mit dem Euro bezahlen Sie in 21 der 27 EU-Staaten. Bulgarien ist seit dem 1. Januar 2026 das jüngste Mitglied des Euroraums. Dänemark, Polen, Rumänien, Schweden, Tschechien und Ungarn haben weiterhin eine eigene Währung. Dazu kommen mehrere kleine Staaten außerhalb der EU, die den Euro ebenfalls verwenden.

Wie der Euro in die übrigen Geldthemen passt, zeigt die Übersicht Geld in der EU. Das Länderraster aller Mitgliedstaaten mit Euro- und Schengen-Status steht auf der Seite Die 27 EU-Mitgliedstaaten im Überblick.

Die 21 Euro-Länder

Land Euro seit
Belgien 1999
Deutschland 1999
Finnland 1999
Frankreich 1999
Irland 1999
Italien 1999
Luxemburg 1999
Niederlande 1999
Österreich 1999
Portugal 1999
Spanien 1999
Griechenland 2001
Slowenien 2007
Malta 2008
Zypern 2008
Slowakei 2009
Estland 2011
Lettland 2014
Litauen 2015
Kroatien 2023
Bulgarien 2026

Die elf Gründungsländer führten den Euro am 1. Januar 1999 zunächst als Buchgeld ein. Euro-Banknoten und Münzen kamen am 1. Januar 2002 in Umlauf. Griechenland trat 2001 bei und gab das Bargeld zusammen mit den anderen 2002 aus. Alle späteren Länder führten Buch- und Bargeld gleichzeitig ein.

Der Euroraum umfasst auch die Gebiete in äußerster Randlage, die zur EU gehören, etwa die französischen Überseedepartements, die Kanarischen Inseln, Madeira und die Azoren.

Die sechs EU-Staaten mit eigener Währung

Land Währung Stand
Dänemark Dänische Krone Vertragliche Ausnahme; Krone über den Wechselkursmechanismus eng an den Euro gebunden; Volksabstimmung 2000 gegen den Euro
Schweden Schwedische Krone Zur Einführung verpflichtet, aber nicht im Wechselkursmechanismus; Volksabstimmung 2003 gegen den Euro
Polen Złoty Zur Einführung verpflichtet, kein Termin
Tschechien Tschechische Krone Zur Einführung verpflichtet, kein Termin
Ungarn Forint Zur Einführung verpflichtet, kein Termin
Rumänien Leu Zur Einführung verpflichtet, kein Termin

Für Reisende heißt das: In diesen Ländern zahlen Sie in Landeswährung. Mit der Karte ist das meist unkompliziert. Werden Sie am Kartenterminal oder Geldautomaten gefragt, ob in Euro oder in Landeswährung abgerechnet werden soll, ist die Landeswährung in der Regel günstiger, weil der Händler oder Automatenbetreiber für die sofortige Umrechnung oft einen Aufschlag nimmt. Mehr praktische Hinweise für unterwegs stehen auf der Seite Reisen in der EU.

Euro außerhalb der EU

Einige Staaten außerhalb der EU nutzen den Euro als offizielle Währung:

  • Mit Abkommen: Andorra, Monaco, San Marino und der Vatikanstaat. Sie haben Währungsvereinbarungen mit der EU und dürfen in begrenzter Menge eigene Euro-Münzen prägen.
  • Ohne Abkommen: Kosovo und Montenegro verwenden den Euro einseitig. Sie geben keine eigenen Münzen aus und haben keinen Einfluss auf die Geldpolitik.

Zudem sind mehrere Währungen an den Euro gekoppelt, etwa der CFA-Franc in Teilen West- und Zentralafrikas. Das ist aber kein Euro-Gebrauch im eigentlichen Sinn.

Wie ein Land den Euro einführt

Wer den Euro einführen will, muss die Konvergenzkriterien erfüllen, die im Vertrag über die Arbeitsweise der EU und einem Protokoll dazu festgelegt sind:

  1. Preisstabilität. Die Inflationsrate darf höchstens 1,5 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten Mitgliedstaaten liegen.
  2. Solide Staatsfinanzen. Das Haushaltsdefizit soll höchstens 3 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen, der Schuldenstand höchstens 60 Prozent oder er muss sich deutlich in diese Richtung bewegen.
  3. Wechselkursstabilität. Die Währung muss mindestens zwei Jahre ohne starke Spannungen im Wechselkursmechanismus II mitgewirkt haben.
  4. Langfristige Zinsen. Sie dürfen höchstens 2 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten Staaten liegen.

Außerdem muss das nationale Recht mit dem EU-Recht vereinbar sein, insbesondere muss die Zentralbank unabhängig sein. Ob ein Land die Kriterien erfüllt, prüfen die Europäische Kommission und die Europäische Zentralbank mindestens alle zwei Jahre in Konvergenzberichten oder auf Antrag eines Landes. Die Entscheidung trifft der Rat der EU nach Anhörung des Europäischen Parlaments und einer Aussprache im Europäischen Rat. Der Rat legt auch den unwiderruflichen Umrechnungskurs fest.

Bulgarien: das jüngste Euro-Land

Bulgarien hat den Euro zum 1. Januar 2026 eingeführt. Der Rat der EU hatte die Aufnahme im Juli 2025 beschlossen, nachdem Kommission und EZB im Konvergenzbericht festgestellt hatten, dass das Land die Kriterien erfüllt. Der bulgarische Lew war schon seit Jahren über eine feste Bindung an die D-Mark und später an den Euro gekoppelt. In der Übergangszeit liefen Lew und Euro kurz parallel, Preise mussten eine Zeit lang in beiden Währungen angegeben werden.

Was der Euro für den Alltag bringt

  • Kein Umtausch. In allen Euro-Ländern zahlen Sie mit demselben Geld, ohne Wechselkosten.
  • Gleiche Gebühren. Kartenzahlungen, Abhebungen und Überweisungen in Euro innerhalb der EU dürfen nicht mehr kosten als im Inland. Einzelheiten stehen im Beitrag SEPA- und Echtzeitüberweisung in Europa.
  • Preisvergleich. Preise lassen sich direkt vergleichen, etwa beim Onlinekauf in einem anderen Euro-Land.
  • Gemeinsame Geldpolitik. Die Europäische Zentralbank legt die Leitzinsen für den ganzen Euroraum fest. Ihr vorrangiges Ziel ist Preisstabilität, mittelfristig strebt sie eine Inflationsrate von 2 Prozent an.

Kurze Geschichte des Euro

Die Grundlage für die gemeinsame Währung legte der Vertrag von Maastricht, der 1993 in Kraft trat. Er schuf die Wirtschafts- und Währungsunion und legte die Konvergenzkriterien fest. Die Einführung erfolgte in drei Stufen: Liberalisierung des Kapitalverkehrs, Gründung des Europäischen Währungsinstituts als Vorläufer der Europäischen Zentralbank und schließlich die unwiderrufliche Festlegung der Umrechnungskurse zum 1. Januar 1999. Für Deutschland gilt seitdem: Ein Euro entspricht 1,95583 D-Mark.

Die Europäische Zentralbank nahm 1998 ihre Arbeit auf. Zusammen mit den nationalen Zentralbanken der Euro-Länder bildet sie das Eurosystem. Die Präsidentinnen und Präsidenten der nationalen Zentralbanken sitzen im EZB-Rat, der über die Leitzinsen entscheidet. Die Deutsche Bundesbank ist damit Teil des Eurosystems.

Euro, EU und Schengen: drei verschiedene Kreise

Euroraum, EU und Schengen-Raum sind nicht deckungsgleich. Zum Schengen-Raum gehören etwa auch die Nicht-EU-Staaten Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz, die keinen Euro haben. Umgekehrt zahlt man in Irland und Zypern mit dem Euro, obwohl Irland nicht zum Schengen-Raum gehört und Zypern die Schengen-Regeln noch nicht vollständig anwendet. Dänemark, Schweden, Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien sind Schengen-Mitglieder ohne Euro. Für Reisen heißt das: Ob Sie Geld wechseln müssen und ob Sie an der Grenze kontrolliert werden, hängt von zwei unterschiedlichen Fragen ab.

Münzen und Scheine

Es gibt acht Euro-Münzen von 1 Cent bis 2 Euro und Banknoten von 5 bis 500 Euro. Der 500-Euro-Schein wird seit 2019 nicht mehr ausgegeben, bleibt aber gesetzliches Zahlungsmittel und behält seinen Wert. Einige Euro-Länder runden Barbeträge an der Kasse auf volle 5 Cent, die 1- und 2-Cent-Münzen bleiben dort aber gültig.

Falschgeld erkennen Sie bei Euro-Banknoten mit der Methode „Fühlen, Sehen, Kippen“: Das Papier hat einen fühlbaren Druck, im Gegenlicht werden Wasserzeichen und Sicherheitsfaden sichtbar, und beim Kippen verändern Hologramm und Smaragdzahl ihr Bild. Beschädigte Banknoten tauschen die nationalen Zentralbanken unter bestimmten Bedingungen kostenlos um, in Deutschland die Bundesbank.

Die Europäische Zentralbank bereitet außerdem einen digitalen Euro als Ergänzung zum Bargeld vor. Ob und wann er kommt, hängt vom Gesetzgebungsverfahren in Parlament und Rat ab, das noch nicht abgeschlossen ist.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Muss jedes EU-Land den Euro einführen?
Grundsätzlich ja. Alle Staaten, die seit 2004 beigetreten sind, haben sich im Beitrittsvertrag verpflichtet, den Euro einzuführen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Einen festen Termin gibt es aber nicht. Nur Dänemark hat sich vertraglich eine dauerhafte Ausnahme gesichert. Schweden ist rechtlich verpflichtet, erfüllt aber bewusst nicht alle Voraussetzungen, weil es nicht dem Wechselkursmechanismus beigetreten ist.
Kann ich in Dänemark oder Polen mit Euro bezahlen?
Gesetzliches Zahlungsmittel ist dort die Landeswährung. Manche Geschäfte, Hotels und Tankstellen in Grenz- und Touristenregionen nehmen Euro an, oft zu einem ungünstigen Kurs und mit Wechselgeld in Landeswährung. Einen Anspruch darauf haben Sie nicht. Mit der Karte zu zahlen ist meist einfacher, wählen Sie dann die Abrechnung in Landeswährung.
Gelten deutsche Euro-Münzen auch in Spanien?
Ja. Euro-Münzen haben eine gemeinsame Vorderseite und eine nationale Rückseite, sind aber in allen Euro-Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Das gilt auch für die Münzen von Andorra, Monaco, San Marino und dem Vatikanstaat, die meist bei Sammlern landen. Euro-Banknoten sind in allen Ländern einheitlich gestaltet.
Welches Land führt als Nächstes den Euro ein?
Derzeit gibt es keinen beschlossenen Termin für ein weiteres Land. Rumänien, Polen, Tschechien und Ungarn erfüllen nach den regelmäßigen Konvergenzberichten nicht alle Kriterien oder streben die Einführung politisch derzeit nicht an. Schweden und Dänemark haben die Einführung in Volksabstimmungen abgelehnt.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion m9m Europa.